Pescetarier? Wat’n ditte?

Rund 3 Monate sind seit meinem letzten Posting vergangen. Viel Zeit in denen einiges passiert ist!

Ich ernähre mich seit dem Sommerurlaub fleischlos. Ich will nicht sagen, dass ich Vegetarier geworden bin, denn ich esse nach wie vor Fisch. Inzwischen habe ich auch gelernt, dass man Menschen dies sich so ernähren Pescetarier nennt. Das wusste ich bis dato auch nicht.
Tatsächlich habe ich alleine durch diese Ernährungsumstellung 4 kg verloren. Ich habe mir mehr erhofft, allerdings fühle ich mich ziemlich wohl in meiner Haut! 🙂
Und: Mein Arzt freut sich über die Verbesserung meine Blutwerte.

Wie lebt es sich als Pescetarier?

Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, welche Emotionalität beim Thema Ernährung und Fleisch mitunter auf kommt!
Erstaunte Reaktionen mit einem Entsetzen im Gesicht wie „Bist Du jetzt etwa Vegetarier?“, oder „Du bist doch hoffentlich jetzt kein Veganer? Das wäre ja schlimm!“ sind eigentlich die Regel.
Selbst Ärzte, mit denen ich beruflich ja viel zu tun habe, sind eher skeptisch und behaupten beispielsweise, dass fleischloses Essen ziemlich ungesund wäre, da der Mensch von Natur aus ein „Allesfresser“ wäre.
Interessanterweise hat mich gerade diese Berufsgruppe nicht nach meinen gesundheitlichen Beweggründen gefragt. Dabei sehen doch gerade Hausärzte in ihren Praxen die Folgen der schlechten Ernährung: Herzinfarkt, Schlaganfall und die ständig wachsende Zahl von Patienten mit Diabetes mellitus.

Es kommt noch doller: Karnismus –  Die Psychologie des Fleischkonsums

Ich würde hier nicht so viel darüber schreiben, wenn es mich nicht so beschäftigen würde. Offenbar ist der Fleischkonsum bei uns Menschen sehr tief im Gehirn verdrahtet. Ich empfehle dazu diesen Artikel: Karnismus: die Psychologie des Fleischkonsums.
Ich gehöre nicht zu denen, die kein Fleisch essen weil sie das Leben von Tieren retten möchten. Das vielleicht eine angenehmer Nebeneffekt, doch meine Beweggründe sind gesundheitlicher Natur. Ich versuche niemanden zu bekehren. Ich fange keine Diskussionen dazu an. Nein, ich sage höchstens – beispielsweise bei den häufigen Geschäftsessen -: „Ich esse zur Zeit kein Fleisch!“ Und schon gehen die Diskussionen los. Ich traue mich dann schon gar nicht noch nachzuschieben, dass ich zur Zeit auch keinen Alkohol trinke. Denn habe ich gleich eine „Bist Du Alkoholiker?“ Diskussion entfacht.
Ich muss wirklich sagen, dass mir die ewig gleichen Reflexe meiner Umwelt gehörig auf den Geist gehen!
Da kann ich nachvollziehen, wie es denen geht, die noch viel radikaler – warum auch immer! – ihre Essgewohnheiten ändern.

Lobend muss ich in diesem Zusammenhang meine Familie erwähnen, die sich allesamt daran gewöhnt haben, dass ich kein Fleisch esse. Und eventuell wird auch meine Tochter mich dann nicht mehr entsetzt ansehen, wenn ich sie frage, ob sie Lust hat demnächst von meinen Quinoa Buletten¹ (dazu später mehr!) zu kosten.! 😀

Womit wir beim nächsten Thema wären!

Kein Fleisch? Nur Fisch? Gibt’s da nicht noch was anderes?

Was fällt einem Kochenknabberer sofort ein, wenn er von an „Fleischersatz“ hört? Richtig! Tofu!
Ich muss gestehen, dass ich mich im Moment überhaupt nicht mit Tofu beschäftige. Ich weiß auch nicht warum. Ich glaube, ich bin einfach nicht auf der Suche nach einem Ersatz. Eher nach gesunder und vor allem leckerer Ernährung.
Und da ich mich – immer noch – in der Gründungphase einer Firma befinde (ich schrieb im letzten Artikel kurz darüber), die sich mit dem Thema biozertifizierte Lebensmittel für Kinder beschäftige, stolpere ich immer wieder über die Pseudogetreidesorten Amaranth und Quinoa.
Mit (gepopptem) Amaranth habe ich schon sehr gute Erfahrungen im Müsli gemacht. Einer meineR Söhne fand’s ebenfalls sehr lecker und wertvolle. Mit Quinoa werde ich mich diese Woche näher beschäftigen.

Was macht Amaranth und Quinoa so interessant?

Ich werde mich in Kürze sehr intensiv mit den beiden Pseudogetreidesorten auseinandersetzen, doch um einen Eindruck zu gewinnen hier die Zusammenfassung von Wikipedia zu Amaranth:

Amarant hat einen höheren Gehalt an Eiweiß und Mineralstoffen als die meisten weltweit traditionell angebauten Getreidesorten. Die Proteine bestehen zu einem hohen Anteil aus essenziellen Aminosäuren, der Gehalt an Calcium, Magnesium, Eisen und Zink ist sehr hoch. Ein relativ hoher Anteil der Kohlenhydrate sind Ballaststoffe. Amarant enthält viele ungesättigte Fettsäuren. Die Inhaltsstoffe sind in einem für die menschliche Ernährung günstigen Verhältnis kombiniert.

Ähnliches gilt für Quinoa. Viel gutes Eiweiß und viele Mineralstoffe – insbesondere Eisen – zeichnen diese Pseudogetreidesorten aus.
Lediglich die Zubereitung ist etwas knifflig. Hier am Beispiel von Amaranth.

Verzeiht, wenn das Posting etwas unstrukturiert wirkt, aber es sprudelte gerade aus mir heraus und ich werde mir Mühe geben in Zukunft etwas strukturierter und klarer u formulieren!
Und: Ick freue mich auf Eure Kommentare! 🙂

¹ Buletten = Die Berliner Bezeichnung für Frikadellen.